Arbeitsdienst ist gut verlaufen

Arbeitsdienst

Der diesjährige Arbeitsdienst verlief ein wenig anders als in den Jahren zuvor. Wie erwartet, bestimmte Corona den Ablauf. Doch alle hielten sich an die Vorgaben und die Hygieneregeln. Und so verlief der Abbau der Steganlagen am 23. und 24. Oktober völlig reibungslos.

Das Abspritzen der Stege ist immer wieder eine nasse Angelegenheit.

Mit Masken und dem nötigen Abstand brachten die rund 50 Mitglieder unter Anleitung der Hafenwarte die Stege an Land, reinigten und lagerten sie.

Statt wie in den Vorjahren gemütlich zum Frühstück und abschließendem Eintopf-Essen zusammenzusitzen, wurden in diesem Jahr belegte Brötchen und Würstchen im Stehen und draußen verspeist.

Neu in diesem Jahr war die mobile Waschanlage zum Auffangen des Reinigungswassers. Dabei wurde das ablaufende Wasser in Filtertonnen gepumpt und gereinigt. Von dem aufgefangenen gefilterten Wasser wurden Proben entnommen. Diese werden analysiert und auf mögliche Schadstoffe überprüft. 

In der mobilen Anlage wird das Waschwasser aufgefangen und gefiltert.

 

Getestet wurde auch ein neues Verfahren zur Reinigung der Stege: So wurden die Fingerstege diesmal nicht abgestrahlt, sondern nur abgeschabt.

 

Arbeitsdienst – Abbau der Steganlage

Der diesjährige Abbau der Steganlage ist für das Wochenende 23. und 24. Oktober geplant.  Am Freitag treffen wir uns um 14 Uhr, am Samstag beginnen wir um 8 Uhr. Der Arbeitsdienst wird unter Corona-Bedingungen durchgeführt. Bitte bringt eine Maske mit. Das Hygienekonzept für den Arbeitsdienst findet ihr hier.

Spende für die Seenotretter

Übergabe am Norderneyer Rettungskreuzer (von links): Peter Henning, Vormann der EUGEN, und die Besatzung nehmen dankend 500 Euro entgegen, die Lutz Brandt (Erster Vorsitzender des Seglervereins Norderney SVN) und Gerhard Neunaber (SVN-Kassenwart) überreichen.

 

Im Hafen trennen sie nur gut hundert Meter: den Seglerverein Norderney und die Seenotretter. Wer zum Anleger will, fährt am Seenotrettungskreuzer EUGEN vorbei – sofern dieser nicht im Einsatz ist. Doch nicht allein die gute Nachbarschaft ist Anlass für den Verein, der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) Gutes zu tun.

Seit mehr als 40 Jahren spendet der Seglerverein Norderney regelmäßig für die DGzRS. Einst 500 D-Mark, inzwischen 500 Euro überweist der Verein jährlich. „Bislang lief das ohne viel Aufhebens“, berichtet Kassenwart Gerhard Neunaber. „Aber wir möchten unbedingt noch mehr auf die gute Arbeit der Seenotretter aufmerksam machen.“

Die diesjährige Spende wurde daher Mitte September der Besatzung des Seenotrettungskreuzers EUGEN öffentlich übergeben. Peter Henning, Vormann der DGzRS-Station Norderney, sowie der 3. Vormann Heiko Erdwiens begrüßten Gerhard Neunaber sowie Lutz Brandt, Vorsitzender des Seglervereins Norderney, am Liegeplatz der EUGEN.

Mit im Gepäck der Gäste: ein großer, symbolischer Scheck, ausgestellt über abermals 500 Euro für die rein spendenfinanzierte Arbeit der DGzRS. Mit Rücksicht auf den Infektionsschutz während der gegenwärtigen Coronavirus-Pandemie fand die Übergabe mit dem notwendigen Abstand und nicht an Bord, sondern vor der EUGEN statt. Auch wenn die Übergabe wegen des Hygienemaßnahmen nicht an Bord stattfand und auf das Händeschütteln verzichtet werden musste: Die Seenotretter bedankten sich nicht weniger herzlich für die tatkräftige Unterstützung.

Das Geld sei sehr gut angelegt, betont Gerd Neunaber: „Ich selbst bin Jollensegler und habe schon das eine oder andere Mal die Hilfe der Seenotretter dankend in Anspruch genommen.“ Damit steht er nicht allein da: Der Seglerverein Norderney legt viel Wert auf die Nachwuchsausbildung. Auch den jungen Seglern werde vermittelt, wie wichtig die professionelle Hilfe auf See sein kann. Gerade halfen die Norderneyer Retter dem havarierten Segler John.

Über die Seenotretter

Die DGzRS ist zuständig für den maritimen Such- und Rettungsdienst in den deutschen Gebieten von Nord- und Ostsee. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben hält sie rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote auf 55 Stationen zwischen Borkum im Westen und Usedom im Osten einsatzbereit – rund um die Uhr, bei jedem Wetter.

Jahr für Jahr fahren die Seenotretter mehr als 2.000 Einsätze, koordiniert von der Seenotleitung Bremen der DGzRS (MRCC = Maritime Rescue Co-ordination Centre). Die gesamte unabhängige und eigenverantwortliche Arbeit der Seenotretter wird ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert, ohne Steuergelder.

Seit Gründung der DGzRS 1865 haben ihre Besatzungen mehr als 85.000 Menschen aus Seenot gerettet oder drohenden Gefahren befreit. Schirmherr der Seenotretter ist der Bundespräsident.

www.seenotretter.de

Hilfe für havarierten Segler

„Schipp up Strand“: Am Abend des 30. August ging um 23.10 Uhr bei den Seenotrettern der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) und der Norderneyer Feuerwehr ein Alarm ein. Eine Segelyacht war bei stürmischem Wind vor der Weißen Düne in Seenot geraten. Zwei Personen waren an Bord.

„Schipp up Strand“
Die Yacht „Miloy II“ treibt in der See vor der Weißen Düne. Foto: Feuerwehr  Norderney

 

Das neun-Meter-Schiff geriet am späten Abend vor Langeoog in kabbeliges Wasser und leichten Sturm. Doch das war es nicht, was schließlich zur Havarie der zweiköpfigen Crew vor Norderney führte. Tage danach sitzt Skipper und Eigner John Garve im Büro des Sportboothafens und erzählt, wie es dazu kam, dass die „Miloy II“ an der Norderneyer Weißen Düne strandete. 

Viel Hilfe

Bei allem Unglück ist der 29-jährige Spanier froh und dankbar. Denn er hatte viel Glück. Er ist unverletzt und das Schiff kann repariert werden. Dank der Hilfe vieler Norderneyer ging das Ganze noch gut aus. 

John Garve
John Garve im Sportboothafen, fünf Tage nach der Havarie. Foto: Leidig

An dem Tag, als es passierte, startete John von Cuxhaven aus. Mit an Bord war ein 20-jähriger Franzose. Der junge Mann suchte einen Transport und John eine zweite Hand. Über Helgoland und Borkum sollte es weiter nach Den Haag gehen. Das Wetter war perfekt zum Segeln, erzählt John.

Doch etwa auf Höhe von Langeoog gab es Probleme. Ein kleiner Sturm kam auf, und der Mitsegler geriet in Panik. Wäre es nach dem erfahrenen Segler John gegangen, dann wäre er auf See geblieben und in Richtung Borkum weiter gesegelt. Doch der zweite Mann an Bord war nicht mehr zu beruhigen. Er wollte an Land. 

Untiefen vor den Inseln

Die See wurde rauer und der Wind nahm zu. John navigierte neu und informierte sich über die Tide und die Untiefen vor den Inseln. Bald waren sie auf Höhe von Norderney. Auf Hilfe von seinem verängstigten Kumpel konnte er nun nicht mehr setzen. Und so passierte es, dass das Boot immer näher an Land geriet und Bodenberührung bekam. Die Wellen schaukelten das Boot hin und her und trieben es weiter auf den Strand. Ein Zurück ins tiefere Wasser war nicht mehr möglich.

John setzte einen ersten Notruf ab. „Gegen 22.50 Uhr meldete sich der Skipper einer rund zehn Meter langen Segelyacht unter schwedischer Flagge über den international einheitlichen UKW-Sprechfunk-Not- und Anrufkanal 16 bei der Seenotleitung Bremen“, berichtet Sprecher Christian Stipeldey von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).

Der Segler sei schwer zu verstehen gewesen und man habe zunächst nicht herausfinden können, was vorgefallen war, wo sich das Boot befand und wie viele Menschen an Bord waren, so Gerd Schwips, Vormann des Norderneyer Rettungskreuzers „Eugen“. Deren Besatzung hatte den Notruf ebenfalls mitgehört. Gegen 23 Uhr habe der Skipper der Segelyacht Grundberührung gemeldet, und nur wenige Minuten danach habe das Boot auf dem Strand festgesessen, so der Einsatzbericht der DGzRS.

„Eugen“ läuft aus

Dann ging ein weiterer Funkspruch ein. Endlich konnten die Seenotretter einen Hinweis auf den Ort der Havarie, den Strandabschnitt „Weiße Düne“ an der Nordküste Norderneys ausmachen. Die Retter liefen sofort mit der „Eugen“ aus und nahmen Kurs auf das vermutete Unglücksgebiet. Zudem alarmierten sie die Norderneyer Feuerwehr.

Einsatz der Feuerwehr am Strand der Weißen Düne. Foto: Feuerwehr Norderney

Gegen 23.30 Uhr entdeckte die Besatzung der „Eugen“ den Havaristen auf dem Strand an der Weißen Düne. Allerdings konnte der Seenotrettungskreuzer das Schiff in nord-nordöstlichen Winden um fünf Beaufort und etwa 2,5 Metern Restdünung nicht mehr erreichen. Doch die Besatzung konnte von See aus helfen: Mit dem Suchscheinwerfer führten die Seenotretter die bereits eingetroffene Feuerwehr zum Strandungsort.

Dort hatten sich die beiden Segler bereits aus eigener Kraft an Land retten können und wurden dann ins Norderneyer Krankenhaus gebracht. Dort wurden sie unter anderem vom Arzt Lutz Brandt versorgt, dem neuen Vorsitzenden des Seglervereins Norderney (SVN). Das war ein Glücksfall für John, denn dadurch startete eine Hilfsaktion auf der Insel, an deren Ende das Schiff sicher auf dem Gelände des SVN stand.

Bei Sid Behrend von der Segelschule konnte er unterkommen, und viele Norderneyer tüftelten an einer Lösung, wie das Boot  vom Strand geholt und mit einem Trailer in den Hafen gebracht werden konnte.

Treck gen Westen – hier kurz vorm Leuchtturm.

Mithilfe der Firmen Matthäi und Jakob Onnen und weiteren Helfern konnte das Schiff am Strand gekrant, auf einen Trailer gesetzt und zum letzten Parkplatz im Inselosten gezogen werden. Dort wurde der Mast gelegt. Mit einem Trecker zog Thorsten Rademacher vom Seglerverein die „Miloy II“ vom letzten Parkplatz in den Hafen. Fotos von Lutz Brandt zeigen die Bergung. Hier liegt sie nun vor den Hallen des SVN, bis John wieder auf die Insel kommt. Voraussichtlich im Frühjahr will er nach Norderney reisen, um das Boot zu reparieren. Das Ruder ist gebrochen und die Yacht hat einige Schäden, unter anderem am Kiel, davon getragen.

Eigentlich wollte John, dessen Heimat die Virgin Islands sind, nach Spanien weitersegeln. In Barcelona hat der Marine Engineer für einige Monate einen Job. Von dort, so war der Plan, sollte es über den Atlantik nach Hause gehen.

Doch jetzt muss er neu planen. Wenn er spätestens im nächsten Jahr sein Schiff fit gemacht hat, will er auf eigenem Kiel auf den Weg in Richtung Süden segeln. Und sicherlich wird er dann bei der Auswahl seiner Mitsegler etwas genauer hinsehen. 

Dass sein Mitsegler sich am Tag nach der Havarie ohne Verabschiedung, dafür aber mit der gesamten Bordkasse aufs Festland abgesetzt hat, kann John nun auch nicht mehr aus der Fassung bringen.

Die Miloy II überwintert auf dem Gelände des Seglervereins. Foto: Leidig