Mit dem SuP nach Sylt

Der deutsche Extremsportler und Umweltaktivist Michael Walther ist auf Norderney aufgewachsen, und immer wieder zieht es ihn in die alte Heimat. So auch in diesem Jahr: Walther plant, im Sommer mit dem Stand-up-Paddleboard (SuP) von Norderney über Helgoland nach Sylt zu paddeln. Dafür sucht er unterstützende Begleitung. Wer ihn auf seiner Tour durch die Nordsee mit einem Boot begleiten möchte, kann sich bei ihm melden. Er möchte ab dem 13. Juli auf Norderney auf Standby sein, und sobald der Wind es zulässt, möchte er aufbrechen. „Wenn es ideal läuft, würde ich in 30 Stunden Non-Stopp über Helgoland nach Sylt paddeln. 160 Kilometer sind das, eigentlich müsste das gehen“, sagt er.

Michael Walther Foto Daniel Pankoke
Michael Walther Foto Daniel Pankoke

Segeln beim SVN gelernt

Michael Walther ist von 1983 bis 2001 auf Norderney aufgewachsen. Sein Vater war Arzt im Krankenhaus. Und Michael Walther hat beim Seglerverein Norderney (SVN) das Segeln gelernt: „Meine seglerischen und wassersportlichen Wurzeln liegen also im Jugendraum des SVN und lagen in Buttjes Händen.“ Karl Buttje Westdörp war damals Jugendwart und hat viele Jungen und Mädchen zum Segeln begleitet.

Michael Walther legte am Ulrichsgymnasium in Norden sein Abitur ab. Vor seinem Jura-Studium leistete er seinen Zivildienst in Kiel. Nach seinem Referendariat, wechselte Walther zum professionellen Segelsport. Als Crewmitglied internationaler Wettkämpfe unter dem Skipper Roland Gäbler konnte er sich einen unmittelbaren Eindruck von der Schönheit und der Zerbrechlichkeit der Natur machen.

2016 war Walther für das Segelteam Malizia unter dem Eigentümer Pierre Casiraghi und Skipper Boris Herrmann tätig, bevor er Ende 2016 zur Agentur Hoeppner wechselte. In der Agentur für Sport- und Markenkommunikation war Walther als Senior Berater für die strategische und nachhaltige Ausrichtung von Wassersportkunden zuständig.

Projekt Zero Emission

2008 hat Michael Walther gemeinsam mit Thomas Reinke das Projekt Zero Emissions gegründet. Ziel des Projektes ist es, Zuschauer, Medien und Unternehmen mit spektakulären Wassersportaktionen für verschiedene Umweltthemen zu begeistern.

Denn schon damals war den beiden deutlich, dass der Umweltschutz cool und interessant sein muss, um endlich mehr Menschen zu erreichen, wie sie auf ihrer Homepage berichten. „Klimaschutz muss Mainstream-tauglich werden, so oberflächlich es auch klingen mag. Denn nur dann lassen sich mit den Themen Zielgruppen erreichen, die sich bisher nicht mit Klimawandel, Vermüllung und Übersäuerung der Ozeane oder Einsparung von Ressourcen beschäftigt haben.“

Time to Act Phil Schreyer

Die Dokumentation „Time to Act“ ist 2025 entstanden. Foto:  Phil Schreyer

Emissionsfrei

Das Zero Emissions Projekt hat seine Wurzeln im Segelsport. Mit Segelbooten, Surfbrettern und SuP zeigt Michael Walther, wie man emissionsfrei auch lange Strecken überwinden und die Kraft des Windes nutzen kann. Seit 2013 nutzt er das SuP und das Surfbrett als Fortbewegungsmittel auch bei extremen Aktionen. So paddelte er mit dem SuP innerhalb von 24 Stunden von Flensburg nach Kiel, drei Wochen brauchte er für 1300 Kilometer von Basel nach Kiel und er surfte und paddelte in acht Tagen 700 Kilometer rund um Schleswig-Holstein.  2018 ging es mit dem SuP nach Grönland, dort entstand der Kurzfilm „The Great Route“.

„Die Themen Klima-, Meeres- und Artenschutz sind eng miteinander verknüpft und alle eint die Tatsache, dass wir endlich konsequent daran arbeiten müssen“, so die Aktivisten des Zero Emissions Projekt. Auf Island hat Michael Walther 2024 Eindrücke gesammelt. Neben den schmelzenden Gletschern standen intensive Gespräche mit den Menschen im Mittelpunkt, die sich aktiv mit Lösungen auseinandersetzen – seien es technische Möglichkeiten zur Speicherung von CO2 oder der gesellschaftliche Wandel. Mitgenommen hat Michael Walther von dort „das gute Gefühl, dass wir etwas verändern können, wenn wir es nun endlich gemeinsam anpacken“. Im vergangenen Jahr entstand die Dokumentation „Time to Act“.

2025 wollte Michael Walther auf einem speziellen SuP 6000 Kilometer von Portugal bis Südamerika zurücklegen – allein, ohne Begleitboot. Doch eine gefährliche Kollision mit Treibgut beendete die Reise leider bereits auf Höhe der Kanaren. „Es ist bezeichnend, dass eine Aktion, die im Zeichen des Klima- und Meeresschutzes stand, so endete“, kommentiert Walther, der unbeschadet wieder an Land kam, das Ereignis.

Vom 12. bis 14. Juni unterstützt Michael Walther den Norderneyer Surfer Dennis Müller beim Kids Camp an der Surfschule. Wer ihn bei seiner SuP-Tour im Juli begleiten möchte, kann dann bereits Details mit ihm absprechen.

Telefon: 0173-6228467

Beitragsbild: Atlantik-Sup Training vor Kiel / Foto Phil Schreyer